Schuljahr 2020/2021

Das Schuljahr in Bayern ist nun bald vier Wochen alt und ich kann sagen, dass es recht gut begonnen hat.

Zum einen ist es schön alle Schülerinnen und Schüler wieder in einer Klasse zu haben, wenn auch in den ersten beiden Wochen noch mit Masken, aber so macht Unterricht wieder richtig Spaß.

Nichtsdestotrotz treiben wir die Kompetenzen der digitalen Lehre und des digitalen Lernens eifrig im Kollegium voran und in einer Reihe von Mikro-Fortbildungen werden die notwendigen Kenntnisse vermittelt. In den vergangenen Wochen lag da der Schwerpunkt auf der Nutzung von Teams – hierzu habe ich dann eine Reihe neuer Tutorials mit dem Schwerpunkt “Teams am iPad” veröffentlicht, die man hier findet.

Wie geht’s weiter?

Auf dieser Seite möchte ich in Zukunft regelmäßiger Blogbeiträge zum Thema “Digitales Lehren und Lernen” veröffentlichen, Tipps zu Online-Angeboten geben und h5p-Aufgaben veröffentlichen.

Die Inhalte für unsere Schülerinnen und Schüler aus den Zeiten des Daheimlernens – der Begriff “Distanzlernen”, der jetzt behördlich gebraucht wird, ist nicht schön – werden jetzt erst einmal offline gestellt. Wobei das eine oder andere an digitalen Übungen, Tutorials etc. mit der Zeit wieder über den Blog veröffentlicht werden wird.

Allen ein gutes und erfolgreiches Schuljahr 2020/2021, in welchem uns Phasen des Daheimlernens erspart bleiben mögen!

Stefan Schuch

Wie geht’s weiter?

Auch wenn wir jetzt versuchen, immer mehr unserer Schülerinnen und Schüler im Schichtbetrieb in den Präsenzunterricht zurückzubringen, wird der schulische Corona-Ausnahmezustand noch lange anhalten – so lange, bis es einen Impfstoff gibt. Das sind Fakten, die man nicht wegdiskutieren, wegdemonstrieren oder wegverschwören kann.

Was tun? Die Antwort ist klar, nämlich individuelle Lösungen für den Unterricht suchen, da von offizieller Seite m. E. hier noch immer viel zu wenig Sinnvolles und Effektives getan wird.

Wie kann das ausschauen? In dieser Woche habe ich im Schichtbetrieb meine Q11 im Präsenzunterricht unterrichtet, die Hälfte meines Kurses. Was ist mit der anderen Hälfte? Über die PDF-Schleuder Arbeitsaufträge verteilt? Auf nächste Woche vertröstet?

NEIN, natürlich nicht, sondern ich habe diejenigen, die zu Hause saßen per Livestream/Videokonferenz ins Klassenzimmer geholt. Das funktioniert ohne großen technischen Aufwand relativ einfach, wenn auch noch nicht ganz geschmeidig, aber wir lernen ja aus Fehlern und Defiziten.

Zu Anfang hatte ich ja – trotz allem datenschutzrechtlichen Gemecker – immer nur Zoom verwendet, weil es viele Vorteile bietet, bin aber jetzt für den Klassenzimmer-Livestream auf BigBlueButton umgestiegen und damit sehr zufrieden.

Eines muss uns allen klar sein: Auch mit dem Beginn des Schuljahres 2020/2021 wird kein Unterrichtsbetrieb wie gewohnt möglich sein, deswegen müssen wir jetzt schon überlegen, wie es weitergehen soll, denn eines sollte jede Lehrkraft bedenken: PDFs zu “verschleudern” ist kein didaktisch-methodisch verantwortlicher Unterricht und erst recht kein digitaler Unterricht.

75 Jahre Kriegsende – eine kleine digitale Lerneinheit

Auch in Zeiten der noch andauernden Schulschließung sollten wir versuchen, den 75. Jahrestag des Kriegsendes schulisch nicht ganz aus den Augen zu verlieren, deswegen habe ich mit Materialien der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung, des Bundesarchivs, Lemo und eines YouTube-Videos (das leider abrupt aufhört) eine kleine Lernsequenz gebastelt, welche alle gerne nutzen können.

In der BR-Mediathek gibt es übrigens auch jede Menge interessanter Beiträge zum Thema.


Bedingungslose Kapitulation und Kriegsende 8. Mai 1945

Gedanken zum digitalen Unterricht

Wie alles begann

Im Jahre 1996 fing ich am Maria Theresia-Gymnasium im Münchner Stadtteil Haidhausen mit meinem Referendariat an. Nach einem Studium der Germanistik und Geschichte und einigen Werkverträgen im Bereich Museen und Ausstellungen hatte ich mich dann doch dazu überwunden, den Schritt ins Lehramt zu wagen – ein Schritt, den ich niemals bereut habe.

Da ich mich bereits seit Studienzeiten mit dem Thema Computer und Geschichte intensiv befasst hatte, war es für mich naheliegend nun im Referendariat den Fokus auf Computer im Unterricht zu legen und so verfasste ich dann auch meine Zulassungsarbeit zu dem Thema „Computerspiele im Unterricht“.

Seither hat mich das Thema der Digitalisierung von Unterrichtsabläufen nicht mehr losgelassen und ich habe über 20 Jahre lang in verschiedenen Funktionen Lehrerfortbildungen abgehalten und nach neuen Mitteln und Methoden gesucht, die digitalen Medien, die sich ja in einem permanenten Wandel befinden, in Schule und Lehre zu integrieren und den Schülerinnen und Schülern die notwendige Medienkompetenz zu vermitteln.

Ganz am Anfang standen die virtuellen Kurshefte zunächst für einige Leistungskurse Geschichte, in denen die Schülerinnen und Schülern vor allem Materialien zur Nachbereitung des Unterrichts und zur Vorbereitung von Klausuren fanden – ein echter Fortschritt Anfang der 2000er Jahre waren da PDFs! Die Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden außerhalb des Präsenzunterrichts fand damals vor allem per E-Mail statt, wobei wir in den Leistungskursen mit bis zu 15 Personen immer das Glück hatten, dass tatsächliche alle einen Computer und Internetzugang hatten.

Ein unglaublicher Fortschritt war dann 2009 die freie Autorensoftware HotPotatoes, mit der man Lückentexte, MC-Aufgaben und Kreuzworträtsel erstellen konnte. Seither sind eine Reihe anderer Anwendungen hinzugekommen.

Wie wird Unterricht digital?

Heute haben die allermeisten Schülerinnen und Schüler ein Smartphone und die Möglichkeit auf einen Computer zuzugreifen und es gibt eine Reihe hervorragender Programme, mit denen man interaktive Unterrichtsmaterialien gestalten kann.

Schülerinnen und Schüler mit Word- oder PDF-Arbeitsblättern zu versorgen – das aber bitte mit Maß und Ziel – ist in der gegenwärtigen Situation wichtig und richtig, aber das ist kein digitaler Unterricht. Als die Matrizenabzüge – noch heute vermisse ich deren Geruch – durch Kopien ersetzt wurden, hat sich weder die Methodik noch die Didaktik geändert, sondern nur der „Datenträger“, Analoges gilt für den Wechsel von der Papierkopie hin zur digitalen Kopie.

Die tollen Programme, mit denen ich echte digitale Lehr- und Lernmittel erstellen kann, gibt es nicht erst seit gestern, sondern viele sind schon seit ein paar Jahren – oft sogar völlig kostenlos – im Netz verfügbar und viele davon habe ich schon erfolgreich eingesetzt. Das Schöne an ihnen ist auch, dass sie ständig weiterentwickelt, verbessert und erweitert werden. Und man entdeckt auch immer wieder Neues.

Einige Anwendungen, die ich in den letzten Jahren erfolgreich eingesetzt habe, möchte ich hier kurz aufzählen. Ausführliche Informationen und Anleitungen zu diesen findet ihr auf den jeweiligen Webseiten.

Ob ich nun diese oder andere Lern-Tools einsetze, zunächst muss ich mir natürlich immer erst einmal die Arbeit machen, auszuwählen, welches Material wie eingesetzt werden kann, und dann muss ich die Inhalte erstellen, so wie ich einst meine analogen Arbeitsblätter erstellt habe. Das macht Arbeit, das kostet Zeit, aber das ist es auch wert, denn dadurch schafft man echte digitale Arbeitsmaterialien.

Unterrichtsaufbau

Natürlich sind diese interaktiven Tools immer noch nicht der ganze digitale Unterricht, sondern der sieht für mich momentan idealer Weise so aus:

  • Mindestens jeden zweiten Tag ein Online-Treffen mit jeder Klasse für 20-40 Minuten per Videokonferenz.
    Inhalte: Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern über ihre Stimmung, ihr Befinden; ggf. Einführung eines neuen Themas (hier gilt das Snack-Prinzip: Heranführung in kleinen Häppchen; in der Oberstufe kann man da auch größere Happen bieten); Erklärung, was sie selbstständig zu tun haben (z. B. welche Aufgaben wo zu machen sind; auch wenn die Schülerinnen und Schüler wissen, auf welcher Plattform – mebis, Teams etc. – wir arbeiten, ist es m.E. wichtig, es ihnen auch noch einmal persönlich zu sagen, auch im Präsenzunterricht verweise ich ja z. B. auf bestimmte Seiten im Buch und erkläre eine Aufgabenstellung); zum Schluss Klärung von Fragen, Wünsche für das weitere Vorgehen, evtl. Besprechung von Problemen (Technik etc.).
  • Arbeitsmaterialien online bereitstellen (Erklärvideos, interaktive Arbeitsblätter, Arbeits- oder Rechercheaufträge; Tafelanschriften etc.); in der Regel gebe ich nur das Material von einer Stunde auf die nächste aus, eine Überladung der Schülerinnen und Schüler mit Aufgaben muss unbedingt vermieden werden.
  • Feedback geben; bearbeitete Arbeitsaufträge korrigieren und kommentieren, hier bietet es sich auch an, Audiokommentare einzusprechen (Acrobat, OneNote, Word u.a. Programme haben diese Möglichkeit). Zudem erfolgt die Kommunikation mit Schülerinnen und Schüler über einen Chat.

Die eierlegende Wollmilchsau

Abschließend noch eine Bemerkung zu der Frage, ob man für die Schülerinnen und Schüler nicht alles gebündelt über eine Plattform bzw. einen Kanal (mebis, Teams etc.) bereitstellen sollte. Digitale Medien zeichnen sich durch ihre Pluralität und Diversität aus und jeder, der sich heute kompetent in der digitalen Welt bewegt, nutzt die unterschiedlichsten Weg, je nach dem, welchen Zweck er verfolgt – Social media-Plattformen, Suchmaschinen, Datenbanken, Nachrichtenportale – und es gehört sicherlich zur modernen Medienkompetenz, dass man parallel mit diesen verschiedenen Kanälen arbeitet und das sollten Schülerinnen und Schüler auch lernen (wobei sie ja via ihrer Smartphones diese Vielfalt oft eh schon praktizieren). Wenn ich meinen digitalen Unterricht nach meinen Vorstellungen optimal gestalten will, kann ich mich nicht nur auf eine Plattform beschränken, denn – ohne auf Vorteile und Schwächen der einzelnen Angebote einzugehen – diese eierlegende Wollmilchsau gibt es noch nicht – aber digitale Medien sind in ständiger Veränderung und wer weiß, was sich da noch tut.

Interaktive Webinhalte mit h5p erstellen

Heute starte ich eine neue Tutorial-Reihe für den digitalen Unterricht, in der man den Umgang mit h5p kennen lernt. Mit h5p kann jederfrau und jedermann kostenlos interaktive Übungen in HTML5 erstellen, die broswerbasiert und plattformunabhängig genutzt werden können. Eine Reihe von Inhaltstypen von h5p sind auch schon in mebis integriert und können dort als Aktivität genutzt werden. Näheres erfahrt ihr im ersten Video, welches einen Überblick zu h5p gibt.

Digitales Unterrichten

Zusätzlich zu den Materialen für unsere Schülerinnen und Schüler möchte ich in nächster Zeit auch noch vermehrt Tipps und Anregungen für Kolleginnen und Kollegen für die Umsetzung des digitalen Unterrichts geben. Es wird sich bei diesen im Wesentlichen um kurze Videotutorials handeln zu verschiedenen Anwendungen und Alltagsproblemen des Homeschoolings, die auch auf meinem YouTube-Kanal zu finden sind.

Ein Schwerpunkt wird dabei auch die Nutzung von h5p sein, einer freien Software zum Erstellen von interaktiven Lerninhalten für das Web auf der Basis von HTML5.

Mehr aus Medien machen

Bitte PDF statt JPG

In letzter Zeit war es ja oft so, das handschriftliche Schülerarbeiten mit dem Smartphone einfach abfotografiert und dann der Lehrkraft zugesandt wurden. Zwar kann ich auch eine JPG-Datei korrigieren, aber viel komfortabler und der digitalen Kommunikation angemessener wäre es doch, wenn man z. B. eine PDF-Datei bekommt statt des Bildchens.

Und das geht – auch am Smartphone oder Tablet kann ich rasch und unkompliziert mit Hilfe der passenden und noch dazu kostenlosen Tools PDF-Dateien erzeugen. Was man braucht und wie es geht, erfahrt ihr in diesem Video:

https://youtu.be/IzssliEN1O4